Wild Angara


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Angara

Die Legende von der schönen Angara und dem Helden Jenisseij

In der Legende geht es um die wunderschöne Tochter des alten, graubaertigen Vaters Baikal. Während eine Vielzahl groesserer und kleinerer Gebirgsfluesse in den Baikalsee muenden (die Angaben schwanken zwischen 336 und 554) und ihm seinen Wasserreichtum zufuehren - weswegen sie die Soehne des Baikal genannt werden, muendet nur die Angara aus dem See - und wird als seine Tochter angesehen. Der Vater liebt diese seine einzige Tochter abgoettisch, aber auch sehr egoistisch. Eines Tages erzaehlen Voegel der Angara von den Heldentaten des starken und mutigen Recken Jenisseij (Strom im Norden Sibiriens) und die Tochter des Baikals entbrennt in heisser Liebe zu ihm. Als der Vater das bemerkt, sperrt er sie in ein Felsverliess. Doch es gelingt der Anagara, sich daraus zu befreien und zu ihrem Geliebten zu fliehen. Als der Vater ihre Flucht bemerkt, tobt er vor Wut und wirft ihr einen groessen Felsbrocken hinterher. Dieser Felsbrocken wird "Schmanenstein"

"In alten Zeiten war der mächtige Baikal fröhlich und gutmütig. Unbändig liebte er seine einzige Tochter namens Angara. Schöner als sie gab es keine auf Erden. Bei Tag ist sie hell - heller als der Himmel. Bei Nacht ist sie dunkel - dunkler als Wolken. Und wer auch an Angara vorbeikam, alle hatten ihre Freude an ihr, alle priesen sie. Sogar die Zugvögel: Wildgänse, Schwäne, Kraniche, flogen tiefer hinab, aber auf dem Wasser der Angara ließen sie sich nur selten nieder. Sie sagten: »Darf man denn das Helle verdunkeln?« Der alte Baikal hütete seine Tochter mehr als sein eigenes Herz. Doch als er einmal eingeschlafen war, machte sich Angara plötzlich auf und lief davon zum Jüngling Jenissej. Der Vater erwachte, schlug erzürnt auf die Wellen. Da erhob sich ein wütender Sturmwind, aufschluchzten die Berge, es stürzten die Wälder, schwarz wurde vor Kummer der Himmel. Die Tiere stoben vor Schreck davon in alle Länder, die Fische tauchten hinab bis zum tiefsten Grund, die Vögel strebten zur Sonne.

Nur der Wind heulte, und der alte Recke, der See, tobte wie wild. Der mächtige Baikal drosch auf einen eisgrauen Berg ein, brach einen Felsen von ihm ab und schleuderte ihn der flüchtigen Tochter nach. Der Fels fiel der Schönen direkt auf die Kehle. Da hob die blauäugige Angara an zu flehen, rang nach Luft, schluchzte und bat: Vater, ich sterbe vor Durst, verzeih mir und gib mir ein einziges Tröpfchen Wasser! Doch der Baikal rief zornig: > Ich geb' dir meine Tränen! ...< Tausende von Jahren fließt nun die Angara in den Jenissej als Tränenwasser, und der grauhaarige, vereinsamte Baikal wurde mürrisch und furchtbar.

Den Felsen, den der Baikal seiner Tochter nachgeworfen hatte, nannten die Menschen den Schamanenstein. Dort brachte man dem Baikal reiche Opfergaben. Die Menschen sagten: »Der Baikal kann zornig werden, dann reißt er den Schamanenstein fort, und das Wasser wird hervorbrechen und die ganze Erde überfluten.« Aber das liegt lange zurück, jetzt sind die Menschen kühn und fürchten den Baikal nicht mehr."


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